AKTUELLPressemitteilung

Learnings aus den Modell­regionen

By April 26, 2021Juni 25th, 2021No Comments

In den vergangenen sechs Wochen wurde luca als Fachanwendung in über 280 Gesundheitsämtern ausgerollt. Die luca App wurde fünf Millionen mal heruntergeladen.

Das luca-System wurde entwickelt, um die Gesundheitsämter bei der digitalen Kontaktnachverfolgung zu unterstützen und Teilprozesse zu beschleunigen.

Ein Beispiel dazu nennt Boris Schumacher aus dem Contact Tracing Team im Gesundheitsamt Fürth:

Vor dem Einsatz von luca hat es häufig bis zu 3 Tagen gedauert, bis wir die Kontakthistorie eines Infektionsfalles überhaupt volllständig vorliegen hatten und mit der Nachverfolgung starten konnten. Mit Einsatz des luca Systems erfolgt schon im Erstkontakt mit einem Infektionsfall die schnelle Übertragung der Kontakthistorie mit einem Klick. Die händische Aufnahme der Kontakthistorie und teilweise mehrere Telefonate, um die gesamte Historie zu erhalten, entfallen.

Boris Schumacher, Gesundheitsamt Fürth

Das Entwickler:innen-Team ist mit den Nutzer:innen in den Gesundheitsämtern im engen Austausch, um zielgerichtet den höchsten Mehrwert für die Kontaktnachverfolgung zu erreichen. So wird das luca-System gemeinsam mit den Gesundheitsämtern ständig weiterentwickelt und auch die jeweils aktuellen Empfehlungen des RKI werden durch Daten- und Suchfilter berücksichtigt.

Schutz vor Missbrauch

In Absprache mit den Gesundheitsämtern und den Datenschutzbehörden wird der mögliche Missbrauch der App erschwert. Je datensparsamer Lösungen arbeiten, umso eher können sie missbraucht werden. Das luca-System setzt hier stark auf die verantwortliche Mitarbeit der Bürger:innen.

Um den möglichen Missbrauch des Systems zu erschweren, sind eine Reihe von Erweiterungen in der Umsetzung. Zukünftig kann der Status des Schlüsselanhänger beim Check-In überprüft werden, damit nur registrierte und verifizierte Schlüsselanhänger verwendet werden können. Auch die Verifizierung der Telefonnummer wird datensparsam erweitert. So werden nicht ordnungsgemäß verifizierte Telefonnummern den Gesundheitsämtern gar nicht erst angezeigt.

Suchfilter angepasst | Datensparsamkeit

Darüber hinaus werden, basierend auf den Wünschen einiger Gesundheitsämter, unterschiedliche Suchfilteranpassungen im luca-System vorgenommen.

Das RKI hat am 31.3.2021 die umfangreichen Kriterien für die Beurteilung von Risikokontakten angepasst, die als Basis für die Arbeit der Gesundheitsämter dienen. Unter anderem sind die Lüftungsverhältnisse am Ort der Begegnung (z.B. innen oder außen) und die Überschneidungsdauer von Begegnungen entscheidend. (Quelle RKI: Coronavirus SARS-CoV-2 – Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen)
Um diesen Anforderungen auch im luca-System Rechnung tragen zu können, werden neue Filter- und Suchkriterien implementiert.
Um die Betriebe schnell einordnen zu können, können luca-Locations zukünftig in entsprechende Kategorien – wie z.B. Innen- oder Außengastronomie – eingeordnet und im Gesundheitsamt gefiltert werden. Zusätzlich wird ein personen- und ein zeitbezogener Datenfilter ergänzt.

In Zukunft werden Gesundheitsämter darüber hinaus einzelne Tische oder Bereiche in der Gastronomie entschlüsseln können und noch gezieltere Warnmitteilungen auslösen können.

Ebenso wird die Datensparsamkeit erhöht. Die persönlichen Daten der betroffenen Bürger:innen werden erst dann entschlüsselt, wenn die Mitarbeiter:innen in den Gesundheitsämtern entscheiden, die Daten in nachfolgende Systeme, wie z.B. Sormas, zu überführen.

Mehr Unterstützung für die Gesundheitsämter

Im Onboardingprozess der Gesundheitsämter bieten wir bereits mehrmals wöchentlich Webinare für die Mitarbeiter:innen an und beantworten dort im Gespräch Detailfragen. Zusätzlich erweitern wir mit dem bundesweiten Rollout unseren Customer Support für die Gesundheitsämter, um das luca-System für die Anwender:innen anzupassen und allen Gesundheitsämtern mit Best-Practice-Konzepten zu unterstützen.

Wichtiges Feedback für Betreiber:innen

Das vollständige und durchdachtes Anlegen der Standorte der Betreiber:innen ist im Falle einer Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter wichtig für die Datenqualität. Standorte können im luca-System in mehrere Bereiche unterteilt werden, beispielsweise in verschiedene Tischnummern in der Gastronomie oder verschiedene Bereiche in der Hotellerie wie Spa oder Restaurant. In enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern vor Ort werden diese Punkte in Betreiber:innen-Schulungen verstärkt kommuniziert.

Barrierefreiheit

Neben den Wünschen des Gesundheitsamts steht die Barrierefreiheit ganz oben auf der Roadmap der Entwickler. Aktuell finden mehrere Nutzertests statt und erste Features sind bereits abgeschlossen.

Alle Anwendungen von luca werden vom Betreiber Culture4life kontinuierlich weiterentwickelt.