AKTUELLPressemitteilung

Das luca-System im Einsatz – Kontaktnachverfolgung auf Sylt

By Juni 9, 2021Juni 25th, 2021No Comments

In vielen Regionen in Deutschland können aufgrund aktuell gesunkener Inzidenzwerte erste smarte Öffnungsstrategien umgesetzt werden. Ein Fokus liegt hierbei auf der Kombination von Teststrategien und digitaler Kontaktnachverfolgung, wie sie von einer Vielzahl von Wissenschaftler:innen gefordert wurden (IFO STUDIE) und von der Ministerpräsidentenkonferenz am 03. März 2021 beschlossen wurde.

In vielen Regionen werden die entsprechenden Testprogramme und eine digitale Kontaktnachverfolgung umgesetzt. 13 Bundesländer und insgesamt 315 Gesundheitsämter nutzen dabei zur digitalen Kontaktnachverfolgung das luca-System. 

Auch beliebte Ferieninseln wie Sylt zählen hierzu. Der gastronomische Betrieb, Hotelübernachtungen und Kulturveranstaltungen sind mit entsprechenden Hygienekonzepten hier wieder möglich. 

Heiko Tiedemann von der Stabstelle des Gesundheitsamts Kreis Nordfriesland berichtet davon, was bei auftretenden Infektionen geschieht:

„Am Pfingstwochenende kam es zu Infektionsfällen auf Sylt und wir haben die Kontaktnachverfolgung mit dem luca-System bearbeitet. Wir haben bei einem Betreiber Daten zur Kontaktnachverfolgung abgefragt. Der Betreiber hat noch am Pfingstsamstag die angefragten Check-in Daten übermittelt und wir konnten zügig mit der Kontaktnachverfolgung starten. Die Betreiberdaten hatten eine sehr gute Qualität, besonders im Vergleich zur Zettelwirtschaft. Durch die Warnmeldung, die Nutzer:innen in der App direkt mit unserer Datenabfrage erhalten, waren sie schnell informiert und hatten die Möglichkeit z.B. direkt einen Test zu machen, schon bevor das örtlich zuständige Gesundheitsamt mit ihnen telefonieren konnte. Von den relevanten 1.100 Kontakten haben wir nach Risikoeinschätzung 55 Personen mit Wohnsitz im Kreisgebiet in Quarantäne geschickt und 1.036 Daten von Kontaktpersonen an die zuständigen Gesundheitsämter übermittelt. Neben den Kontaktdaten wurden nähere Informationen zum Geschehen – wie, wann und wo gab es den Kontakt zu infizierten Personen – an die Heimat-Gesundheitsämter der möglicherweise bereits abgereisten Touristen zur weiteren Bearbeitung gesendet. Wir gehen davon aus, dass wir damit frühzeitig Infektionsketten unterbrechen konnten.”

Die luca App trifft in der Region bei Gastgeber:innen und Gästen auf eine sehr hohe Akzeptanz, berichtet Sarah Frisse von Sylt Marketing:

„Wir freuen uns hier auf Sylt sehr darüber, dass das luca-System mit all seinen Funktionen so gut angenommen wurde und sind wirklich sehr zufrieden mit der Annahme durch sowohl die Betreiber:innen als auch bei den Gästen. Sobald die Gäste einmal eingecheckt haben, verstehen sie das System sehr leicht. Wir freuen uns, dass sich luca auf der Insel so gut durchgesetzt hat und alle gut damit arbeiten können.”

Das bestätigt auch Viktor Tunaj vom Ristorante La Pergola aus Wenningstedt-Braderup auf Sylt.

„Also ich find’s auf jeden Fall toll, was ihr hier macht mit der luca App. Echt großes Lob an euch, weil wir können viel schneller Gäste empfangen durch die Kontaktdatenerfassung mit der luca App. Im Großen und Ganzen: Großes Lob!”

In ganz Nordfriesland arbeiten knapp 10.000 Standorte mit dem luca-System. Am verlängerten Pfingstwochenende gab es in der Region Nordfriesland über 335.000 Check-ins mit der luca App. 

Das für Sylt verantwortliche Gesundheitsamt Nordfriesland gehört zu einem der 315 von bundesweit rund 400 Gesundheitsämtern, die das luca-System zur digitalen Kontaktnachverfolgung nutzen. 

Im März haben Bund und Länder sichere Öffnungsschritte in fünf Schritten beschlossen und sich verpflichtet, in ihren Verordnungen sicherzustellen, „dass die verpflichtende Dokumentation zur Kontaktnachverfolgung auch in elektronischer Form, zum Beispiel über Apps, erfolgen kann, wenn sichergestellt ist, dass Zeit, Ort und Erreichbarkeit der Kontaktperson hinreichend präzise dokumentiert werden und die Daten im Falle eines Infektionsgeschehens unmittelbar dem zuständigen Gesundheitsamt in einer nutzbaren Form zur Verfügung gestellt werden.” Und weiter heißt es : „Die Länder werden im Rahmen eines bundesweit einheitlichen Vorgehens ein System für die Digitalisierung der Kontaktnachverfolgung gemeinsam auswählen, dringlich vergeben und einführen sowie kostenlos zur Verfügung stellen.”

In der gemeinsamen Erklärung betonen die Länder: „Digitale Plattformen sind ein wichtiges Mittel, um die Gesundheitsämter dabei zu entlasten, die Kontakte infizierter Personen effektiv und schnell nachzuverfolgen. Je besser der direkte Datenaustausch zwischen den Gesundheitsämtern, möglichen Kontaktpersonen und den Betreibern von Geschäften und Einrichtungen ist, desto schneller können Infektionscluster und Infektionsketten über viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hinweg erkannt werden.”

Damit haben die die Ministerpräsident:innen und die Bundesregierung den Forderungen von Virolog:innen, Epidemiolog:innen und Vertreter:innen des öffentlichen Gesundheitsdienstes entsprochen, wie sie zum Beispiel hier und hier formuliert werden.